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06.08.2026 
RETAIL Weekly by handelsjournalHDE - Handelsverband Deutschland
AUFREGER DER WOCHE
HDE-Konsumbarometer: Stimmung im Keller, die Sparneigung steigt
Das aktuelle HDE-Konsumbarometer im August zeigt, wie schnell sich die Verbraucherstimmung im Land drehen kann. Während es in den vergangenen Wochen mit der Konsumlaune leicht, doch stetig nach oben ging, ist der positive Trend im August schon wieder vorbei. Vermutlich treibt vor allem der erneut entflammte Konflikt zwischen den USA und Iran, aber auch die Diskussion um die Reformpakete der Bundesregierung, die Sorgen der Menschen vor steigenden Preisen und Arbeitsplatzverlust. In der Folge wollen sie ihre Sparanstrengungen deutlich erhöhen. Für den Einzelhandel, der seit Langem vergeblich auf nachhaltige Erholung hofft, ist diese Entwicklung alles andere als gut.
 
Zumindest kurzfristig können auch die Reformbemühungen der Bundesregierung den Trend zum Angstsparen nicht stoppen. Die Verbraucherinnen und Verbraucher bewerten die konjunkturelle Entwicklung pessimistischer als im Vormonat, obwohl im ersten Halbjahr ein überraschend hohes gesamtwirtschaftliches Wachstum verzeichnet werden konnte.
 
Gleichzeitig wirkt sich die schlechte Verbraucherstimmung bisher nicht auf die Einkommenserwartung aus, die im Vergleich zum Vormonat weiter steigt. Der aktuelle Wert liegt nur minimal unter dem Vorjahresniveau. Zudem erwarten die Befragten eine weiter sinkende Inflationsrate.
 
Solange der Irankonflikt andauert und wiederholt eskaliert, dürfte die Verunsicherung hoch bleiben und die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Auf der anderen Seite weist die positive Entwicklung in den vergangenen Monaten Juni und Juli aber auf das Erholungspotenzial hin, wenn der Krieg endlich endet.
 
Die Konsumstimmung kommt schon seit dem zweiten Corona-Lockdown nicht aus dem Keller und verharrt auf nahezu gleichbleibend niedrigem Niveau. Das ist zu wenig, um der Branche Auftrieb zu geben. Auch die Kampfhandlungen im Ukrainekrieg und die unvorhersehbare Zollpolitik der US-Regierung sowie eine Bundespolitik, die es lange nicht geschafft hat, den Hebel umzulegen, geben kaum Anlass, in den kommenden Wochen eine bessere Stimmung zu erwarten.
 
Der HDE geht nach wie vor davon aus, dass die Umsätze im Einzelhandel in Deutschland 2026 um nominal zwei Prozent wachsen werden, real bleibt dann ein Plus von 0,5 Prozent. Die Politik muss entschlossene Reformen angehen, um die Unternehmen und die Verbraucher bei Lohnnebenkosten, Energiepreisen und Bürokratie wirksam zu entlasten.
 
Die Menschen müssen jetzt positive Veränderungen im Alltag zu spüren bekommen, dann gibt es auch die Chance auf einen nachhaltigen Stimmungswechsel und bessere Konsumlaune.
 
Mehr Informationen zum HDE-Konsumbarometer
 
DIE GUTE NACHRICHT
Minijobs: SPD signalisiert Kompromissbereitschaft
Nachdem sich CSU-Chef Markus Söder nachdrücklich für den Erhalt der Minijobs ausgesprochen hat, signalisiert die SPD nun politisches Entgegenkommen. So zeigte sich Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, am vergangenen Montag offen für Ausnahmen bei der geplanten Abschaffung der Minijobs. Neben Schülern könnten auch Studierende und Rentner einbezogen werden und profitieren.
 
Aus Sicht des Handels ist es nur zu begrüßen, wenn weiterhin über Minijobs und ihren Erhalt diskutiert wird. Allerdings kann es angesichts der immensen Bedeutung von Minijobs für Millionen Menschen und die Wirtschaft nicht nur darum gehen, im Prozess des politischen Gebens und Nehmens über einige Ausnahmen zu verhandeln. Die Idee der Abschaffung der Minijobs ist von Grund auf falsch. Die Maßnahme vernichtet Hunderttausende Jobs allein im Einzelhandel - einer Branche, die auf Minijobber angewiesen ist, um die branchentypischen Stoß- und Randzeiten abzudecken und damit die Versorgung der Verbraucher sicherzustellen. Es wäre ein massiver Beschäftigungsabbau mit Ansage, denn viele Minijobber können beispielsweise wegen fehlender Möglichkeiten zur Kinderbetreuung gar nicht Vollzeit arbeiten. Dazu darf es nicht kommen.

RAT UND TAT
Podcast: Die Zukunft der City
Wie bleiben Innenstädte attraktiv, lebendig und wirtschaftlich erfolgreich, um sich für die Zukunft zu wappnen? Und welche Rolle spielt der Einzelhandel dabei? In der neuen Folge des HDE-Podcasts „Handelszeit“ spricht Host Frank Rehme mit Michael Reink, Bereichsleiter Standort- und Verkehrspolitik beim HDE, über zentrale Fragen der Innenstadtentwicklung.
 
Das Gespräch behandelt neue Besuchsanlässe, die Nettoanziehungskraft einer Stadt, die Zukunft ehemaliger Warenhäuser sowie erfolgreiche Stadtentwicklungsprojekte und spannt den Bogen zu stadtindividuell passenden Verkehrskonzepten. Jetzt anhören und mehr zur aktuellen Situation und Entwicklung unserer Innenstädte erfahren.
 
Zur Podcastfolge

IM GESPRÄCH
Ulrich Binnebößel, HDE-Experte für Bezahlsysteme
Herr Binnebößel, warum fordert der HDE aktuell fairere Rahmenbedingungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr?
Die Nutzung von Debit-, Kredit- und Prepaidkarten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Der Einzelhandel begrüßt diese Entwicklung grundsätzlich, denn das Bargeld-Handling wird für Handelsunternehmen nicht zuletzt aufgrund des fortschreitenden Rückzugs der Banken aus der Fläche immer teurer. Gleichzeitig beobachten wir jedoch insbesondere bei US-amerikanischen Kartensystemen aktuell Marktveränderungen, die für Handels-, Tankstellen-, Hotel- und Gastronomiebetriebe mit steigenden Kosten verbunden sind.
Gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsverbänden hat der HDE darum Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in einem Schreiben aufgefordert, sich auf europäischer Ebene für Anpassungen der regulatorischen Rahmenbedingungen einzusetzen.
 
Wo genau liegt das Problem?
Es geht bei der aus dem Ruder laufenden Kostenentwicklung insbesondere um Firmenkreditkarten, für die zum Teil deutlich höhere Entgelte anfallen als für klassische Verbraucherkarten. Zudem unterliegen bestimmte Firmenkarten nicht den Entgeltobergrenzen der europäischen Interbankenentgeltverordnung. Nach Einschätzung der Verbände führt dies dazu, dass insbesondere in margenschwachen Geschäftsfeldern ein erheblicher Teil der Erträge durch die Zahlungsverkehrskosten aufgezehrt wird. Für die Unternehmen entsteht dabei zusätzliche Unsicherheit, da die konkrete Entgeltstruktur einzelner Kartenprodukte häufig nicht im Vorfeld erkennbar ist.
 
Was fordert der HDE?
Der Einzelhandel sieht sich durch die zunehmende Präsenz von Firmenkarten mit steigenden Kosten konfrontiert, die am Ende auf alle Kunden umgelegt werden müssen. Es ist daher an der Zeit, diese Karten genauso zu behandeln wie Zahlungskarten privater Kunden. Dazu gehört beispielsweise ihre Einbeziehung in den Anwendungsbereich der ohnehin dringend zu überarbeitenden Interbankenentgeltverordnung. Generell sollten Händler selbst entscheiden können, welche Kartenprodukte eines Kartensystems sie akzeptieren möchten. Handlungsbedarf besteht zudem bei steuerbegünstigten Sachbezugskarten auf Prepaidbasis, die über die globalen Kartennetzwerke abgewickelt werden. Hier spricht sich der HDE für eine konsequente Anwendung und Durchsetzung der bereits bestehenden Vorgaben des Bundesfinanzministeriums aus. Diese sehen vor, dass zwischen Kartenherausgeber und Akzeptanzunternehmen eine vertragliche Akzeptanzvereinbarung bestehen muss.

DAS WAR DIE WOCHE
Sowohl der Deutschlandfunk als auch Tagesschau.de berichten mit der Einschätzung des HDE über die schlechte aktuelle Lage im Einzelhandel in Deutschland.
 
Beitrag Deutschlandfunk
 
Beitrag Tagesschau

TERMINE, TERMINE
19.08.2026
Augmented Reality am Point-of-Sale
Kunden möchten auch beim Einkauf im stationären Handel schnell erkennen, ob sie bestimmte Produkte vertragen oder wie es um deren Nachhaltigkeit steht. Ein kostenloses Webinar des Mittelstand-Digital Zentrum Handel beleuchtet anhand von Praxisbeispielen, wie Augmented Reality-Technologien am PoS mehr Transparenz schaffen.
 
mehr...
24.08.2026
IT-Sicherheit im Handel
IT-Sicherheit gewinnt für den Einzelhandel zunehmend an Bedeutung. Doch wie können sich kleine und mittlere Unternehmen wirksam schützen? Eine kostenlose Webinar-Reihe des Mittelstand-Digital Zentrum Handel gibt in fünf kompakten Folgen einen praxisnahen Überblick über Cyberrisiken, Schutzmaßnahmen und aktuelle Entwicklungen.
 
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www.einzelhandel.de