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08.10.2026 
RETAIL Weekly by handelsjournalHDE - Handelsverband Deutschland
AUFREGER DER WOCHE
HDE-Konsumbarometer: Verbraucherstimmung bricht ein
Die Konjunktur entwickelt sich aktuell etwas besser als noch zu Jahresbeginn erwartet. Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Schätzungen im Rahmen der Herbstprognosen zuletzt deutlich nach oben revidiert und die Stimmung in den Unternehmen ist auf Erholungskurs. Eine Erholung der Verbraucherstimmung rückt jedoch in weite Ferne. Der ein oder andere Hoffnungsschimmer der letzten Monate hat sich als trügerisch erwiesen. Das HDE-Konsumbarometer rutscht im Oktober in den Keller.
 
Die Menschen blicken wieder pessimistischer auf die kommenden Wochen und Monate, denn der wirtschaftliche Aufschwung geht an großen Teilen der Bevölkerung vorbei. Vor allem die hohen Energie- und Spritpreise trüben die Stimmung der befragten Verbraucher, die zudem von einem Rückgang bei ihrem verfügbaren Einkommen ausgehen und mit steigenden Preisen rechnen.
 
Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft sorgt den Handel insbesondere die Entwicklung der Anschaffungsneigung. So sinkt der für die Branche so wichtige Teilindikator gegenüber dem Vormonat spürbar und liegt nun auf einem niedrigeren Niveau als noch vor einem Jahr.
Allerdings zeigt sich die Konsumzurückhaltung nicht als Verlagerung des Konsums hin zum Sparen: auch die Sparneigung nimmt ab. Wesentlicher Grund dafür, dass die Verbraucher für die kommenden Woche davon ausgehen, weniger Geld für den Konsum sowie das Sparen aufzuwenden, ist die weitere Einkommensentwicklung. Die Befragten erwarten eine Verschlechterung bei ihrer finanziellen Grundlage, weshalb sie sich beim Konsum und Sparen einschränken. Anders gesagt: Um ihre Einkäufe noch bezahlen zu können, geht es für viele Menschen offenbar an die Rücklagen.
 
Damit bleibt die Verbraucherstimmung schwach und liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau. Der private Konsum kann nur wieder zu einem entscheidenden Treiber der Gesamtwirtschaft werden, wenn die Politik jetzt klare Signale der Entlastung sendet. Die Kosten für Arbeit und Energie müssen runter.
 
So ist es etwa längst überfällig, dass die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag endlich einlöst und die Stromsteuer für Privatverbraucher und alle Unternehmen auf das zulässige Minimum senkt. Die Rechnung ist einfach: Sinkt die Stromsteuer, sinken die Kosten in den Unternehmen und bei den Verbrauchern. Unter dem Strich bleibt den Menschen dann mehr Geld für den Konsum, was unmittelbar für dringend notwendige Wachstumsimpulse sorgt. Es braucht jetzt mutige Entlastungsentscheidungen, die Politik ist am Zug.
 
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DIE GUTE NACHRICHT
EPR-Bevollmächtigter: Ausnahme für kleine europäische Betriebe geplant
Kleine europäische Unternehmen werden künftig wohl weniger Auflagen rund um die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) erfüllen müssen. Konkret geht es um die Pflicht, einen eigenen Bevollmächtigten für die Erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) zu benennen. Der HDE begrüßt, dass sowohl das EU-Parlament als auch der EU-Ministerrat aktuell an einer Ausnahmeregelung für kleine europäische Betriebe arbeiten.
 
Gleichzeitig steht der Verband dem Konzept zur Benennung eines EPR-Bevollmächtigten weiterhin positiv gegenüber: Hersteller sollten in den Ländern, in denen sie lizensierungspflichtige Verpackungen oder Produkte in Verkehr bringen und keine Niederlassung haben, einen EPR-Bevollmächtigten benennen. Nur so lässt sich ein fairer Wettbewerb mit ansonsten kaum greifbaren Unternehmen aus Drittstaaten gewährleisten. Für kleine europäische Firmen auf dem gemeinsamen Binnenmarkt wäre der bürokratische Aufwand jedoch unangemessen hoch. Hier gilt es nun sehr zeitnah eine passende Mengenschwelle für Ausnahmen zu finden.

RAT UND TAT
HDE-Podcast: Ebay und die Zukunft der Marktplätze
Vom Online-Auktionshaus zum globalen Marktplatz: In der neuen Folge des HDE-Podcasts „Handelszeit“ geht es um die Entwicklung von Ebay in Deutschland, künftige Wachstumsfelder für Marktplätze, Live-Shopping und die Chancen des Cross-Border-Commerce.
 
Gast ist Andreas Häntsch, der als Senior Director den Bereich Seller Engagement bei Ebay Deutschland leitet. Im Gespräch mit Host Frank Rehme erzählt Häntsch, wie sich das Kaufverhalten auf Marktplätzen im Laufe der Jahre verändert hat und warum gebrauchte, generalüberholte oder besondere Produkte sich wachsender Beliebtheit erfreuen.
 
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IM GESPRÄCH
Johannes Graf Keyserlingk
HDE-Geschäftsführer Nachhaltigkeit
 
Herr Graf Keyserlingk, wie bewertet der Handel die Pläne der Bundesregierung für eine neue Verbrauchsteuer auf Kunststoffverpackungen?
Der HDE lehnt die aktuell diskutierte Einführung einer nationalen Plastiksteuer entschieden ab und hat sich deswegen bereits gemeinsam mit weiteren Wirtschaftsverbänden in einem Brief an das Bundeskanzleramt sowie an die zuständigen Bundesministerien gewandt. Es ist nicht hinzunehmen, dass die Bundesregierung wiederholt Wirtschaftsentlastungen und Bürokratieabbau verspricht sowie Steuererhöhungen ausschließt und ihren Worten dann weitere Abgabenbelastungen für die Handelsunternehmen folgen lässt. Die Unternehmen, die Kunststoffverpackungen in Verkehr bringen, tragen bereits heute erhebliche finanzielle und regulatorische Lasten.
 
Ist eine neue Plastiksteuer aus ökologischer Sicht sinnvoll?
Wir sehen die Gefahr, dass eine weitere Abgabe zusätzliche Kosten verursacht, ohne einen entsprechenden ökologischen Nutzen zu erzielen. Eine pauschale Verteuerung von Kunststoffverpackungen kann zudem Ausweichbewegungen hin zu anderen Materialien auslösen, die ökologisch nicht zwingend besser abschneiden. Verschiedene bestehende Vorgaben zielen bereits auf die Reduzierung von Verpackungsabfällen und den verstärkten Einsatz nachhaltiger Verpackungslösungen ab. Dazu zählen die seit August geltende EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die Lizenzentgelte für die dualen Systeme, die Vorgaben des Einwegkunststofffondsgesetzes sowie zusätzliche Belastungen durch kommunale Verpackungssteuern. Hinzu kommt die geplante Ökomodulierung der Lizenzentgelte. Statt immer neue Belastungen zu schaffen, sollte die Politik bestehende Regelungen auf ihre Wirksamkeit überprüfen und, wie versprochen, endlich unnötige Bürokratie abbauen.
 
Der Handel kritisiert auch das Schnellverfahren rund um die Einführung der Plastiksteuer…
Das Bundesministerium der Finanzen beabsichtigt, dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages kurzfristig eine Formulierungshilfe zur Einführung einer neuen Verbrauchsteuer auf Kunststoffverpackungen zuzuleiten. Die neue Regelung soll als Änderungsantrag in das bereits laufende Verfahren zum Haushaltsbegleitgesetz 2027 eingebracht werden – ohne Beteiligung der fachlich betroffenen Bundesministerien und einer Befassung des Bundeskabinetts mit dem konkreten Regelungsvorschlag. Nach Kenntnis der Unterzeichner des gemeinsamen Verbändebriefs gibt es keinen Präzedenzfall, in dem ein vollständiges neues Verbrauchsteuergesetz durch eine ministerielle Formulierungshilfe als Änderungsantrag in ein bereits laufendes Haushaltsbegleitgesetz eingefügt wurde. Das ist aus unserer Sicht keinesfalls sachgerecht. Neue Verbrauchsteuern sollten in jeweils eigenständigen Gesetzgebungsverfahren behandelt werden – so wie es bisher aus guten Gründen auch üblich war.
 

DAS WAR DIE WOCHE
 
Mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Christina Stumpp sprach der HDE-Bereichsleiter für Standort- und Verkehrspolitik Michael Reink über die Lage in Stadt und Handel, die Ergebnisse der Deutschland-Studie Innenstadt 2026/2027 sowie die Novelle der TA-Lärm.
 
 
 
Der HDE sprach mit einer Delegation des Komitees zur Förderung des Wettbewerbs und zum Schutz der Verbraucherrechte der Republik Usbekistan über seine Rolle bei der Vertretung von Handelsinteressen und der Entwicklung von Verbraucherpolitik sowie darüber, wie Einzelhändler Transparenz bei Preisen, Werbung und Kaufbedingungen gewährleisten. Zudem ging es um die Bearbeitung von Verbraucherbeschwerden und Zusammenarbeit zwischen Einzelhändlern und Verbraucherschutzbehörden.
 

TERMINE, TERMINE
21.10.2026
IT-Sicherheit im Handel
Die IT-Abhängigkeit von Unternehmen nimmt stetig zu, erfolgreiche Angriffe können exitenzbedrohende Folgen haben. Ein kostenloses Webinar des Mittelstand-Digital Zentrum Handel konzentriert sich auf die Besonderheiten der IT-Sicherheit in der Handelsbranche, informiert über mögliche Schwachstellen und zeigt anhand von Fallbeispielen, wie Täter diese ausnützen.
 
 
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18./19.11.2026
Handelskongress Deutschland
Unter dem Motto #BalancingRetail geht es beim Handelskongress Deutschland in Berlin um Fortschritt und Balance im Spannungsfeld von KI, Ökonomie und Menschlichkeit. Zu den Keynote Speakern gehören Bernd Wagner, Chief Sales Officer Schwarz Digits, Petra Scharner-Wolff, Vorstandsvorsitzende Otto Group und Peter Jelkeby, Geschäftsführer IKEA Holding Deutschland. Jetzt Tickets sichern.
 
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www.einzelhandel.de