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| | Entlastungspläne der Koalition: Soforthilfen ersetzen keine Strukturreformen |  |
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| | | Am vergangenen Wochenende einigten sich die Regierungskoalitionäre auf schnelle Entlastungsmaßnahmen für Bürger und Unternehmen in Deutschland. Ein echter Aufreger dabei ist die steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten in diesem Jahr zugutekommen lassen sollen. Das lehnen wir als HDE ab. Denn hier wird die staatliche Aufgabe der Bürgerentlastung schlichtweg auf die Unternehmen abgewälzt. Die Politik weckt hierdurch Erwartungen bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die in der aktuellen wirtschaftlichen Lage von einem Großteil der Handelsunternehmen nicht erfüllt werden können. In der angespannten wirtschaftlichen Situation sind die Spielräume für eine solche Sonderzahlung oftmals nicht vorhanden. Da macht sich die Politik auf Kosten der ohnehin darbenden Wirtschaft einen schlanken Fuß – das kann und darf nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
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| Insgesamt nannte Bundeskanzler Friedrich Merz die beschlossenen Sofortmaßnahmen einen Anfang, um weitere steuerliche Entlastungen auf den Weg zu bringen und strukturelle Reformen einzuläuten. Die müssen jetzt allerdings auch dringend Realität werden, sonst droht der Wirtschaftsstandort vollends den Anschluss zu verlieren. Um die hohen Spritpreise abzufedern, will die Bundesregierung die Mineralölsteuer um circa 17 Cent pro Liter senken. Das ist ein richtiger Schritt, denn sowohl die Logistik im Einzelhandel als auch die Privatverbraucher brauchen Entlastung bei den Treibstoffkosten. Es wird sich jedoch noch zeigen müssen, welche Wirkung die eng begrenzte Maßnahme entfalten kann – der Tankrabatt soll nur für zwei Monate gelten, danach greift an der Zapfsäule wieder der bisherige Steuersatz. Positiv zu bewerten ist zudem, dass die Bundesregierung Ende April eine Reform der Gesetzlichen Krankenversicherung beschließen will mit dem Ziel, die Beiträge zu stabilisieren und die Ausgaben zu begrenzen. Das ist eine längst überfällige Maßnahme. Darüber hinaus fordert der HDE seit geraumer Zeit und immer wieder, die Lohnnebenkosten durch eine strickte Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent zu begrenzen, um Handel und Konsumenten nachhaltig zu entlasten. Bei den Arbeitskosten zählt Deutschland ohnehin längst international zu den Spitzenreitern. Wichtig und unbedingt zu begrüßen ist die nun konkrete Ankündigung der Bundesregierung, zum 1. Januar 2027 eine Reform der Einkommenssteuer auf den Weg zu bringen, um kleinere und mittlere Einkommen dauerhaft zu entlasten. Das ist mit Blick auf die Stärkung des privaten Konsums eine gute Nachricht, doch ist bislang die Frage der Gegenfinanzierung ungeklärt. Hier darf es in keinem Fall zu einer neuerlichen Auflage der absurden und schädlichen Debatte um eine Mehrwertsteuererhöhung kommen. Es ist auch aus diesem Grund sehr enttäuschend, dass die Regierungspartner die Gelegenheit nicht genutzt haben, um mit den Entlastungsplänen eine Stromsteuersenkung für alle zu verkünden. Diese im Koalitionsvertrag bereits versprochene Maßnahme würde sofort wirken und neue Spielräume eröffnen. Die Bundesregierung steht hier nach wie vor im Wort.
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| | | | Ungarn-Wahl: Handel erwartet Rückkehr zu fairen Wettbewerbsbedingungen |  | Ungarns Weg in die Abschottung ist beendet: Mit einer Zweidrittelmehrheit im Parlament konnte sich am vergangenen Sonntag die reformorientierte Tisza-Partei unter Péter Magyar gegen den langjährigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán klar durchsetzen. Der HDE begrüßt den Wahlausgang ausdrücklich. Aus Sicht des Handels ist mit dem historischen Machtwechsel nach 16 Jahren insbesondere die Hoffnung verbunden, dass wirtschaftspolitische Eingriffe der vergangenen Jahre überprüft und zurückgenommen werden.
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| Jahrelang stellte die Regierung Orbán europäische Institutionen auf die Probe und hebelte mit protektionistischen, marktverzerrenden Maßnahmen den fairen Wettbewerb im europäischen Binnenmarkt aus. Dazu zählen Maßnahmen wie Margenbegrenzungen, staatliche Preisvorgaben sowie Verpflichtungen zur Lagerhaltung und Angebotsgestaltung, die vor allem ausländische – und damit vorwiegend deutsche – Handelsunternehmen in Ungarn zum Ziel haben. Der HDE erwartet nun, dass Ungarn unter der neuen Regierung zu einer freien Marktwirtschaft zurückkehrt und künftig wieder ein verlässlicher Partner im europäischen Binnenmarkt wird.
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| | | |  | | Podcast: ERP-Systeme im Mittelstand |  | Wie können mittelständische Handelsunternehmen ihre Prozesse besser digital steuern und flexibler auf Veränderungen reagieren? Mit welchen organisatorischen, technischen und kulturellen Herausforderungen müssen Unternehmen bei der Einführung eines ERP-Systems rechnen? Das Mittelstand-Digital Zentrum Handel spricht in seinem „handelkompetent“-Podcast mit Carsten Schröder, CEO des Softwareunternehmens Haufe X360, über das ERP-System als zentrale Plattform, die Wertschöpfungs-, Waren-, Informations- und Finanzströme zusammenführt, das Geschäftsmodell eines Unternehmens digital abbildet und die operative Arbeit unterstützt.
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| | | | Stefan Genth |  | HDE-Hauptgeschäftsführer Herr Genth, die schwarz-rote Koalition in Berlin will eine Bundesratsinitiative anschieben, die Einzelhandel und Gastronomie vorschreibt, neben Bargeldzahlung auch mindestens eine digitale Zahlungsoption anzubieten. Wie steht der Handel zu dem Plan? Die Einführung einer Kartenakzeptanzpflicht haben Union und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag mit dem Ziel vereinbart, Wahlfreiheit im Zahlungsverkehr herzustellen. Diese ist an der Ladenkasse jedoch schon längst gelebte Realität. Die Verbraucherinnen und Verbraucher können in beinahe allen Geschäften selbst entscheiden, ob sie bar, mit Karte, per Smartphone oder auch per Uhr bezahlen.
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| Gesetzliche Vorgaben, die die Akzeptanz einer unbaren Zahlungsart vorschreiben oder auch eine mögliche Bargeldakzeptanzpflicht sind daher zumindest im Einzelhandel völlig unnötig und schaffen nur zusätzliche Bürokratie. Was fordert der HDE von der Politik? Man sollte den Fokus mehr auf die Angebotsseite legen. Viele Händler beklagen die vergleichsweise hohen Kosten und die bedeutende Marktmacht einiger Zahlverfahren. Daher wundert es nicht, wenn der Eine oder Andere auf die Akzeptanz gerne verzichten würde. Wir brauchen also kostengünstige und effiziente Konditionen für die Akzeptanzseite. Mit Blick auf Barzahlungen ist es wichtig, dass bei der Formulierung gesetzlicher Vorgaben die Praktikabilität nicht aus dem Fokus gerät und entsprechende Ausnahmen gelten. Dies sind etwa Sicherheitsgründe sowie Automaten oder Standorte und Kassen, an denen eine Bargeldannahme wirtschaftlich nicht darstellbar ist. Denn obwohl immer weniger Transaktionen bar abgewickelt werden, bleiben die Fixkosten für Kassensysteme, Tresore, Sicherheitsmaßnahmen und Geldtransport weiter bestehen. Dadurch verteilen sich die Kosten auf weniger Bargeldzahlungen und steigen pro Vorgang für die Handelsunternehmen spürbar an. Der HDE fordert deshalb verlässliche Rahmenbedingungen für eine leistungsfähige Bargeldinfrastruktur statt einer bloßen Akzeptanzpflicht für Bargeld. Ebenso sollte in der Debatte über eine Pflicht zur Kartenakzeptanz klar definiert werden, welche Zahlungsarten gemeint sind und wie mit technischen Ausfällen umzugehen ist. Wie steht es um die Zukunft des Bargelds? Auch im traditionellen Bargeld-Land Deutschland verschiebt sich das Zahlungsverhalten der Menschen seit Jahren zunehmend in Richtung bargeldloser Zahlungsmethoden. Laut Erhebung des Handelsforschungsinstituts EHI wurden im Jahr 2024 nur noch 54,6 Prozent der Transaktionen im stationären Einzelhandel bar bezahlt, gemessen am Umsatz waren dies lediglich noch 33,8 Prozent. Viele Menschen wünschen sich zwar Wahlfreiheit, nutzen im Alltag jedoch immer häufiger Karte und mobile Bezahlverfahren. Eine breite Bargeldakzeptanz bei sinkender Nachfrage kann unsere Branche nur aufrecht erhalten, wenn eine effiziente Bargeldlogistik gewährleistet ist. Gleichzeitig beobachten wir allerdings, dass Banken zahlreiche Filialen schließen und so die Versorgung der Geschäfte mit Wechselgeld sowie die Einzahlung der Tageseinnahmen erschweren. Für den langfristigen Erhalt von Bargeld erscheint es mir zielführender, nachhaltige Rahmenbedingungen für eine funktionierende Bargeldinfrastruktur zu setzen, anstelle eine bürokratische Akzeptanzverpflichtung zu gestalten.
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| | Mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Wiener sprachen HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, der HDE-Bereichsleiter Recht und Verbraucherpolitik Peter Schröder und der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Lebensmittel (BVLH) Philipp Hennerkes über die aktuelle Lage der Branche und die Forderungen des Einzelhandels an die Politik.
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| | | Die Jury für den Deutschen Handelspreis hat sich zur ersten Sitzung in Berlin getroffen. Der Deutsche Handelspreis gilt als die höchste Auszeichnung der Branche. In den Kategorien „Mittelstand“, „Großunternehmen“ und „Lifetime Award“ werden jene geehrt, die Maßstäbe setzen.
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|  | | 12.05.2026 |  |
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| Daten und Prozesse Saubere Daten und stabile Prozesse sind entscheidend, um die Unternehmensorganisation effizienter zu gestalten. Ein kostenloses Webinar des Mittelstand-Digital Zentrum Handel zeigt, wie sich mithilfe moderner Warenwirtschafts- und Instore-Analytics-Systeme Fehlbestände vermeiden und Wettbewerbsvorteile sichern lassen.
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| |  | | 12.05.2026 |  |
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| Smartes Marketing Wie KI-Agenten sich als intelligente Helfer für das Marketing nutzen lassen, thematisiert ein kostenloses Webinar des Mittelstand-Digital Zentrum Handel grundlegend sowie anhand konkreter Anwendungsfälle. Teilnehmende erhalten zum Abschluss einen klaren Fahrplan, der kleinen und mittleren Handelsunternehmen den Einstieg in die Welt der KI-Agenten weist.
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| |  | | www.einzelhandel.de
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