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04.06.2026 
RETAIL Weekly by handelsjournalHDE - Handelsverband Deutschland
AUFREGER DER WOCHE
HDE-Konsumbarometer: Verbraucherstimmung etwas weniger tief im Keller
Es geht im Juni zumindest nicht weiter abwärts, das ist die verhalten positive Nachricht, die sich aus dem aktuellen HDE-Konsumbarometer herauslesen lässt. Erstmals seit Februar dieses Jahres setzt sich der negative Trend bei der Verbraucherstimmung nicht weiter fort. Von einem tragfähigen Aufschwung kann jedoch keine Rede sein. Die Menschen in Deutschland blicken weiterhin deutlich pessimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung, der aktuelle Indexwert ist hier so niedrig wie zuletzt Anfang 2023, kurz nach Ende der Corona-Pandemie.
 
Vor allem der anhaltende Irankrieg und die steigenden Preise drücken weiterhin stark auf die Konsumlaune. Während die Verbraucherstimmung gegenüber dem Vormonat leicht ansteigt, zeigt der Vergleich zum Wert des Vorjahresmonats das ganze Ausmaß der aktuellen Misere. Sorgenvoll blicken viele Beschäftigte zudem auf den Arbeitsmarkt: Die gewohnte Frühjahrsbelebung blieb in diesem Jahr weitgehend aus und die Unternehmen halten sich angesichts der Wirtschaftskrise sowie immer noch unklarer politischer Pläne für strukturelle Reformen bei der Personalplanung zurück.
 
Es gibt Lichtblicke im Jammertal, die möglicherweise auf die zweimonatige Reduzierung der Energiesteuer auf Kraftstoffe um rund 17 Cent zurückzuführen sind. So verbessert sich die Anschaffungsneigung im Vergleich zum Vormonat minimal und es ist auf schwachem Niveau eine leichte Verschiebung vom Sparen hin zum Konsum zu erkennen. Auch die Einkommenserwartungen der Beschäftigten haben sich stabilisiert. Diese kleinen Hoffnungsschimmer zum Ende einer schlechten ersten Jahreshälfte reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um eine nachhaltige Trendumkehr für das zweite Halbjahr begründet vorherzusagen.
 
Entscheidend für eine dauerhafte Aufhellung der Konsumstimmung ist nun zu einem die zeitnahe Beendigung des Irankrieges. Zum anderen muss die Regierungskoalition in den kommenden Wochen vor der parlamentarischen Sommerpause beweisen, dass sie Bestand hat und in der Lage ist, substanzielle wirtschaftspolitische Entlastungsentscheidungen zu treffen. Nur wenn die Bürgerinnen und Bürger spürbar entlastet werden, kann sich ein echter Aufschwung bei der Konsumbereitschaft etablieren und nur dann kann der private Verbrauch perspektivisch wieder das gesamtwirtschaftliche Wachstum stärken.
 
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DIE GUTE NACHRICHT
Illegale Produkte: Brüssel verhängt Bußgeld gegen Temu
Die EU-Kommission hat endlich durchgegriffen und in der vergangenen Woche ein Bußgeld in Höhe von 200 Millionen Euro gegen Temu verhängt. Seit geraumer Zeit verstößt der chinesische Online-Anbieter dreist gegen EU-Regeln und bringt zahllose illegale Artikel auf den Binnenmarkt, die Sicherheitstests nicht bestehen oder Chemikalien-Grenzwerte in gesundheitsgefährdender Höhe überschreiten.
 
Das Bußgeld gegen Temu ist ein wichtiges Signal. Um den unfairen Wettbewerb mit Anbietern aus Fernost zu beenden und die Sicherheit hiesiger Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten, sind jedoch weitere Maßnahmen gefordert. Aus Sicht des Handels braucht es nun vor allem die unverzügliche Einführung eines EU-weiten Customs Data Hub, über den Importeure und E-Commerce Verkäufer aus Drittstaaten allen EU-Staaten ihre Zolldaten zentral mitteilen müssen. Der bislang erst für 2028 geplante Start eines solchen Hubs sollte unbedingt nach vorne gezogen werden, um die unhaltbaren Zustände schnellstens zu beenden.

RAT UND TAT
Erklärvideo: Mit Stadtgutscheinen lokale Kaufkraft binden
Ein Stadtgutschein ist eine Art regionales Zahlungsmittel, das exklusiv bei einem Netzwerk lokaler Anbieter eingelöst werden kann. Die Idee dahinter ist, Menschen die Angebotsvielfalt vor der eigenen Haustür näherzubringen, Wertschöpfung in der Region zu generieren und Innenstädte zu stärken.
 
Ein neues Erklärvideo des Mittelstand-Digital Zentrum Handel zeigt anhand von Beispielen, wie der Stadtgutschein als händlerübergreifendes Zahlungssystem die lokale Wirtschaft vernetzt und welche zentralen Rollen dabei der Stadtverwaltung und der Wirtschaftsförderung zukommen. Der Bezahlvorgang erfolgt bequem via App und QR-Code direkt an der Kasse im Geschäft.
 
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IM GESPRÄCH
Stephan Tromp
Stellvertrender HDE-Hauptgeschäftsfüher
 
Herr Tromp, der HDE hat am gestrigen Mittwoch den neuen Online-Monitor 2026 veröffentlicht. Wie entwickelt sich der Online-Handel?
Der Online-Handel ist weiter auf Wachstumskurs und wird nach HDE-Prognose seine Umsätze im laufenden Jahr um nominal 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Der stationäre Bereich hingegen wird voraussichtlich nur um 1,6 Prozent zulegen können. Auch die Online-Branche hat es angesichts der schlechten Konsumstimmung nicht leicht, behauptet sich damit aber als Wachstumstreiber für den gesamten Einzelhandel.
So können alle Sortimentsbereiche online ein Umsatzplus verzeichnen. Während Elektroartikel und Bekleidung nach wie vor klar die umsatzstärksten Märkte im Onlinehandel sind, holen andere Branchen auf. Insbesondere der Bereich Lebensmittel und Drogerien zeigt enorme Wachstumsraten, allein im vergangenen Jahr war hier ein Plus von 10,4 Prozent zu verzeichnen.
 
Welche Faktoren treiben das Online-Wachstum?
Im Vorjahr wurden 56,7 Prozent der Online-Umsätze in Deutschland über Online-Marktplätze erwirtschaftet, das entspricht einem Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2024. Die hohe Dynamik im Bereich der Online-Marktplätze macht dabei auch deutlich, wie wichtig es ist, dass es einen fairen Wettbewerb unter allen Anbietern gibt. Das ist leider mit Blick auf Temu oder Shein bis heute nicht der Fall. Da muss von der Politik noch deutlich mehr kommen, es braucht spürbare Strafen und klar kontrollierbare Regelungen. Der Umsatzanteil ausländischer Onlineanbieter am Online-Handel in Deutschland liegt mittlerweile bei knapp elf Milliarden Euro, davon entfallen rund 4,7 Milliarden Euro auf Temu und Shein. Ein weiterer Treiber für das Online-Wachstum ist in der sich wandelnden Altersstruktur der Online-Shopper auszumachen. Wer als Jugendlicher angefangen hat, online zu shoppen, hört mit steigendem Alter nicht plötzlich damit auf. So stieg die Zahl der Online-Shopper 2025 durchschnittlich über alle Altersgruppen um 1,2 Prozent im Vorjahresvergleich, während es bei den über 55-jährigen ein Plus von 3,1 Prozent zu verzeichnen gab.
 
Was bringt die Zukunft?
Verknüpfungen mit künstlicher Intelligenz gehören zum gegenwärtigen Online-Geschäft und werden weiter stark an Bedeutung gewinnen. Wir erleben derzeit, dass KI-Lösungen immer häufiger in den Kaufprozess eingebunden werden. Man wird allerdings noch sehen, was die Kundinnen und Kunden im Bereich des agentischen Handels annehmen, ob sie zukünftig etwa direkt in KI-Umgebungen einkaufen wollen oder sogar Kaufentscheidungen an KI-Agenten delegieren. Fest steht: Schon heute nutzen 35 Prozent der Menschen in Deutschland KI zur Recherche beim Kauf von Produkten.
 
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DAS WAR DIE WOCHE
 
Mit Vertretern der Abteilung für Rechtspolitik der Wirtschaftskammer Österreich diskutierte der HDE-Bereichsleiter Recht und Verbraucherpolitik Peter Schröder aktuelle rechtspolitische Fragen mit Relevanz für den Wettbewerb.
 
Bei einer Pressekonferenz stellte der stellvertretende HDE-Hauptgeschäftsführer Stephan Tromp den neu erschienenen HDE-Online-Monitor 2026 vor.
 
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TERMINE, TERMINE
16.06.2026
HDE Sustainability & Retail Summit
Nachhaltigkeitsverantwortliche im Handel, politische Entscheidungsträger sowie Stimmen aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft: Der HDE Sustainability & Retail Summit 2026 bringt in Berlin die entscheidenden Akteurinnen und Akteure der nachhaltigen Transformation zusammen. Die politische Keynote hält Bundesumweltminister Carsten Schneider. Jetzt anmelden.
 
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01.09.2026
Gesucht: Das Gesicht des Handels 2026
Mit dem Preis für das Gesicht des Handels würdigt der HDE alljährlich die wichtige Rolle der Beschäftigten im Einzelhandel im Rahmen des Handelskongresses Deutschland. Zu gewinnen gibt es eine Reise nach Berlin, zwei Hotelübernachtungen, 1.000 Euro Taschengeld und spannende Begegnungen in der Hauptstadt. Bewerben können sich alle im Einzelhandel Beschäftigten bis zum 1. September.
 
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www.einzelhandel.de